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Weltraummüll feat. Trash, Pop n Poetry

28.2.2012 - Die Wanderhure

Hurra die Wanderhure wandert wieder. Schon die erste Folge habe ich nicht gesehen und ich freue mich schon darauf, auch den zweiten Teil der Ini Lorentz Verfilmung heute Abend auf Sat. 1 nicht anzusehen.

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9.2.2012 - Boys

Ich habe ja, wie ihr schon alle wisst, nicht vor mich fortzupflanzen, hindere aber niemand anderen daran, es zu tun.Ich möchte aber empfehlen, sich ein Mädchen zuzulegen, weil die Mädchen wesentlich leichter zu bändigen sind als die Knaben, deren einziger Zweck im Leben darin besteht, sich selbiges so bald wie möglich zu nehmen.Sie stürzen sich Treppen runter, in Backöfen hinein, erklimmen glatte Sofalehnen um von dort aus mit dem Hinterkopf an die Ecke des Bücherregals zu schlagen, sie trinken Spülmittel und stechen sich Messer in den Hals, die ihnen in die Hände vielen weil es ihnen gelang die Kindersicherung an der Schublade mit einem Fisher Price Schrauber zu entkräften.Die Mutter eines männliches Kindes kämpft vom ersten Tag an einen Kampf mit dem Sensenmann.Das überhaupt welche von denen überleben ist ein Wunder.Eine englische Tageszeitung veröffentlichte neulich eine Studie, dass Frauen die viel Stress haben, eher dazu tendieren, Töchter zu gebären, da weibliche Menschen in Krise und Krieg resistenter seien. Ich lege also jeder Frau nahe, die sich im Mutterglücke versuchen will, sich vor vermeintlicher Empfängnis in einem Ausbildungslager des östlichen Tschad trainieren zu lassen um anschließend ein freundliches, rosa gekleidetes Kind zu gebären, dass ihr noch lange Freude macht.

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7.2.2012 - Themen Slam 2030 Der Tag an dem du dich verliebst

Der Tag an dem ich mich verliebe

 

„Nein,“ sagt Siggi als wir am Gänsemarkt stehen. „An der Poststraße entlang braucht man nur 4 Minuten zum Rathausmarkt.“

„Ich möchte aber gern am Jungfernstieg entlang gehen.“ antworte ich und gehe an der Lessing Statue links.

„Du musst morgen deine Steuererklärung abgeben, denk dran.“ sagt Siggi,

„Ja mach ich...“

Dann sehe ich, dass im Alsterpavillon ein neues Lokal eröffnet hat.

„Was ist das denn?“ frage ich.

„Das ist der Alsterpavillon“ sagt Siggi. „Gebaut 1799. Hamburgs erstes Kaffeehaus. 8. Neubau.“

„Nein, Siggi, das meinte ich nicht, ich meinte, was ist da jetzt für ein Restaurant drin? Ich hoffe endlich mal was Vernünftiges.

„Das ist jetzt eine Cocktailbar und sie heißt The Pavillon. Eröffnung war letzte Woche Montag,“ sagt Siggi.

„Oh interessant“.

„Du musst um vier noch zu deinen Eltern zum Kaffee, denk dran.“

„Ich weiß das!“ antworte ich.

„Ich werde dich nicht mehr daran erinnern.“  erklärt Siggi und klingt ein wenig eingeschnappt.

„Danke, mein Liebling.“ sage ich.

Weiter geht es am Eingang der U4 vorbei, in Richtung Alster-Anleger. Eine Menge Touristen sitzen dort im Kaffee oder warten auf die Straßenbahn zur Elbgondel.

„STOP!“ ruft Siggi.

„Was?“ frage ich.

„Da ist ein Mann für dich!“

„Echt?“ ich werde ganz aufgeregt.

„Wo, hier?“ Ich sehe mich um.

„Etwa 30 Meter entfernt, neben dem Schild mit dem Schwan drauf.“

Jetzt sehe ich den Typen.

Wow, Siggi hat Recht.  Groß, dunkelhaarig, sportlich, irgendwie so Winnetou-artig markant.

„Und du glaubst, der ist was für mich?“ frage ich.

„Wäre ich eine Frau, ich würde ihn nehmen“ antwortet Siggi.

„Ja,“ sage ich, „ aber du bist keine Frau, Siggi, du bist ein Telefon.“

„Das war ja nur so dahergesagt. Soll ich mal zu seinem System Kontakt aufnehmen? Es macht einen ganz sympathischen Eindruck.“

Mir kribbelt’s ein wenig in der Magengegend.

„Ich weiß nicht, ich trau mich nicht, was, wenn ich nicht sein Typ bin, dann wäre das doch total peinlich.“

„Seine Settings und sein Profil sprächen aber dafür“ meint Siggi.

„Wieso kannst du das denn sehen, hat der sein System nicht auf privat gestellt?“ zische ich. „Was ist das denn für’n Perverser?“

„Quatsch,“ sagt Siggi, „natürlich hat der sein System auf privat gestellt, aber jeder hat doch ein öffentliches Profil. Du ja schließlich auch.“

„Naja, Ich weiß nicht so genau... du kannst ja mal unter einem Vorwand fragen!“

„Sowas können Computer nicht.“

„Gut, ich denke mir einen aus. Frag doch mal sein System, ob es zufällig wüsste, wo hier die nächste Ladestation für mein Auto ist.“

„Das kann ich dir doch genau so gut sagen. Das wäre ja ein total offensichtlicher Vorwand.“

„Stimmt. Mist!“ ich überlege.

„Du bist einfach zu schüchtern. Ich rede jetzt mit dem System.“

„Oh Gott Siggi!“ Ich bekomme ganz schwitzige Hände und verstecke mich hinter einem Baum.

„So.“ sagt Siggi. „Es war ganz harmlos. Der Mann kommt aus Nürnberg und ist neu in der Stadt. Er wäre froh, wenn er hier jemanden kennen lernen könnte.“

„Nürnberg. Hat er einen schlimmen Dialekt?“

„Nein. Keine Sorge. Seine Eltern kommen nicht von dort. Angenehmes Sprachmuster in deinem Sinne.“

„Ah gut.“

„Ich spiele ihm gerade einen kleinen Werbefilm vor.“ Sagt Siggi.

„Von mir? Siggi spinnst du? Welchen?“

„Na ich werde ihm schon nichts zeigen, was du nicht auch anderen Leuten zeigst.“

„Wie reagiert er?“

„Ganz positiv, soweit ich das sehen kann. Zeige ihm gerade Bilder von Sylt. Im Bikini. In 3 D!“

„Spinnst du, Siggi, hör sofort auf!“

„Willst du wirklich dass ich diesen Prozess beende?“ fragt mein mobiles Endgerät beleidigt und ich weiß, dass es mich nachher zur Strafe in die falsche U-Bahn setzen wird um zu behaupten das Funksignal der alten Waggons hätte die Falsche Endhaltestelle angegeben.

„Nein, Entschuldige Siggi, ich bin eben aufgeregt.  Du weißt genau wie selten wir Männer treffen, deren Profil zu meinem passt... Ach Siggi,  was weiß ich... ---- Wie alt ist der Typ überhaupt? Nicht dass ich wieder an so einen alten Knacker gerate, der sich immer Bioethanol injiziert! Wie der vom letzten Mal! Da hast du echt nicht gut aufgepasst Siggi!“

„Nein, der hier ist nur 4 Jahre älter als Du und hat nix machen lassen.“

„Prima, aber sag denen bloß nix von meiner Runzelfalte. Das war ne einmalige Sache. Das muss keiner wissen!“

Plötzlich sehe ich, wie der Typ zu uns rüberschielt.

„Willst du auch seinen Film sehen?“ kichert Siggi. „Ich hab ihn gerade geschickt bekommen... Sein System ist sehr kooperativ. Offensichtlich will es ihn unter die Haube bringen.“

Ich überlege kurz, ob ich die Kicher-Funktion deaktivieren sollte, Siggis Albernheit geht mir manchmal ziemlich auf den Zeiger, aber er ist ja ansonsten ein recht braver und gehorsamer Rechner, da darf er eigentlich auch mal ein bisschen Kichern. Ich kenne da ganz andere Maschinen, also meine Freundin hat da so ein Gerät... dagegen ist Siggi ein Lämmchen!

Außerdem habe ich grad wichtigeres zu tun als mit meinem Telefon zu streiten.

„Oh Gott, ist das aufregend.“ Quietsche ich. „Ja, zeig!“

Siggi projeziert mir das Profil „Hobby und Freizeit“ von Jan Steinmeyer auf die Netzhaut.

Ah! Er fährt Ski! Super. Name ist auch ok. Echt, der ist nur 1,87, ich hätte jetzt doch mehr gedacht. Aber ok. Zu groß ist auch anstrengend.

„Können wir was über Beziehungen und so was herausfinden? Lässt sein System das zu?“

„Nein, lässt es nicht. Aber er ist Single.“

„Ok, gut. Naja, so was will man ja eigentlich nicht sofort preisgeben. Ich finde das auch immer unsympathisch wenn Leute gleich so direkt mit all ihren privaten Infos ins Haus fallen.“

„Willst du hingehen?“ fragt Siggi und kichert schon wieder.

„Nein! Wenn er mich will, dann muss er schon kommen! Da bin ich altmodisch.“

„Genetisch und biochemisch macht es einen guten Eindruck von dem was ich von hier aus analysieren kann.“ erklärt mein dreister Apparat. „Das klingt nach Harmonie im Bett.“

„Siggi, sei still, das ist mir total peinlich.“

„Vor mir? Wir gucken doch auch Pornos zusammen.“

„Ruhig Siggi!“

„Nadja ruft an.“

„Sag, ich ruf zurück. Ich kann gerade nicht.“

„Sein System sagt, er findet dich durchaus interessant. Ich habe das gleiche von Dir gesagt.“

„Boah, was seid ihr eigentlich für miese Kuppelkisten, Euch sollte man echt ausschalten!“

„Möchtest du mich jetzt wirklich ausschalten?“

„Nein, ich hab doch viel zu viel Schiss allein. Oh Mann, Siggi! Er kommt. Ich wünschte du könntest mir die Hand halten.“

„Ich habe keine Hand.“ sagt Siggi.

„Hallo Jenny.“ sagt Jan Steinmeyer.

„Hallo.“ hauche ich.

„Ich habe mein System auf lautlos gestellt. Gehst du mit mir einen Kaffee trinken?“

Er hat sein System auf lautlos gestellt. FÜR MICH! Ein echter Mann. Ich nicke.

Er nimmt meine Hand.

„Siehst du?“ plappert Siggi, „Das hat doch prima geklappt.“

„Lautlos, Siggi.“ sage ich. Siggi sagt nichts.

ER lächelt mich an, ich lächele zurück.

Mein Herz macht einen kleinen Sprung.

Ich bin verliebt.

 

 

 

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31.1.2012 - SLAM VERSION Fashion Week

Fashionweek

 

Ich war grad in Berlin und da war Fashionweek.

Und nur weil ich nen Trainingsanzug anhatte und ne Brille dachten sie ich gehöre zu ihnen und haben mich akkreditiert, einfach so von der Straße weg. Dabei bin ich doch eigentlich viel zu fett um bei denen mitzumachen, aber die dachten halt das wär n Statement oder so, quasi gegen die Repressionen, etc. Naja, also ich hab das dann einfach mal so hingenommen und bin hinter ein paar Models und Stylisten hergelaufen bis ich in so einem riesigen Frisiersalon im Backstagebereich stand und ganz laut geschrien habe „Ey, echt, ihr Popel, die internationale Modeszene kackt doch auf die Berlin Fashion Week, ehrlich, guckt euch doch mal um, sind doch nur Kacklabels, hier, alles Kacke!“ „Hey bist du cool, voll das Statement“, sagte ein junger Designer zu mir, der auch mal wieder in die Sonne gekonnt hätte. Also hab ich mich wieder umgedreht und bin woanders hingelaufen, wo Strickkleider, grobmaschig, in Petrol und Braunkombinationen hingen, was mich darüber kotzen und einen Fotografen entzücken ließ, weil's halt so neu und so erlebend und so geil krass war. Dabei haben das schon vor 30 Jahre Leute gemacht und da war's echt avantgarde, heute ist es doch nur noch übersäuerter Magen.

Ich schlage einen Purzelbaum auf einem Tüllstoff, der zu Gummistiefeln getragen werden muss. Danach mache ich Spagat, hab ich bisher nie gekonnt, aber heute gelingt es mir irgendwie, aus einem tiefen Bedürfnis nach Stretching. Oh wie sich das dehnt. Finden die Modefuppieschnuppies natürlich auch schon wieder obermegahammergeil.

Ich setz mir nen Pelzhut auf, aus nem Fuchs, Scheiß Massenmörder. Füchse morden Hühner, Designer morden Füchse, is n Teufelskreis aber egal.

Wahnsinnig schreiend tanze ich dreimal hintereinander die Choreographie von DJ Bobos Freedom und werde von nem MTV Team gefilmt, die mich auf Englisch interviewen, ich antworte auf Japanisch, findet auch keiner komisch.

Ich reiße nem Hair-Stylisten die Schere aus der Hand und schneide den Models asymmetrische Frisuren, weil's halt so scheiße krass geil ist und so so scheiße krass geil aussieht und der Hair Stylist fällt vor mir auf die Knie und sabbert auf meine Ugg-Boots, die gar nicht von Ugg sind sondern von Tchibo aber das ist natürlich voll das krasse Statement.

„Wisst ihr nicht dass eure gesamte Scheiß-Baumwolle in Usbekistan von Kindern gepflückt wurde?“ kreische ich und zieh mich aus und weil eh Winter ist und ich keinen Stecher habe, hab ich mich auch nicht rasiert und hab total stoppelige Beine und nen wuscheligen Busch, ich altes Puschelmonster, aber geil geil geil ist das, der Hair Stylist kann sich nicht mehr zusammen reißen und ejakuliert über meine Usbekisch gepflückten Unterhosen, die ich achtlos vor ihm fallen ließ und dann explodiert er.

Mit Blut, und Fleisch bedeckt mache ich einen Böcksprung über Karl Lagerfeld, raus auf den Laufsteg! Catwalk, walk, walk, walk, walk POSE! Walk walk walk POSE! Ich bücke mich und lasse alle in mein Rectum schauen, die Blitzlichter lassen mich beinahe erblinden, die Menge kreischt begeistert, die Chefredakteurinnen der Vogue, Harper’s Bazaar und Vanity Fair lecken sich gegenseitig die Muschis, weil sie halt so ober-erregt sind von meiner Performance, kann ich auch irgendwie verstehen aber so Gruppensex in der Öffentlichkeit kann ich dann doch nicht so richtig gutheißen,  hat halt was anmaßendes.

Ich überwältige ein Männermodel und schleppe es in eine Telefonzelle, die sie natürlich extra weil’s cool ist für die Fashion Week aufgestellt haben, und obwohl der Kerl eben noch schwul war, gibt er sich meiner blutig-puscheligen Weiblichkeit hin und Gianni Versace tanzt im Grab begeistert mit.

Endlich, sagen Fernsehreporter aus aller Welt, endlich hat die Berliner Fashion Week etwas großes, eine Aussage, eine Ikone, eine Göttin!

Endlich wird auf der ganzen Welt der Wert der Berlin Fashion Week anerkannt, endlich ist hier Mode Kunst ist Kunst Aussage, ist Politik, ist Sex, ist Geist, ist Wille, ist Liebe, ist Krieg, ist Nahrung, ist Religion.

Ich werde gefeiert, ich bekomme einen Mercedes geschenkt und Pelzmäntel und Drogen und ein italienischer Milliardär macht mir einen Heiratsantrag, den ich sofort annehme, ich bin ja schließlich nicht bescheuert, und fliege mit ihm in seine Villa am Comer See.

Ende Gut alles Gut!

 

 

 

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30.1.2012 - WELTPREMIERE: Neues aus Eppendorf

Neues aus Eppendorf


Es gibt viele Dinge, die eine Eppendorferin tun muss, um wirklich Eppendorferin zu sein.
Dazu gehört es, graue Strickpullover zu tragen, oder einen Pferdeschwanz. Selbstverständlich gehört es sich ebenso, Fitness-Kurse zu besuchen. Und ohne Frage ist es die Pflicht einer jeden Eppendorferin, sich regelmäßig in einem Day-Spa Körper und Gesicht von qualifizierten Kosmetikern und Kosmetikerinnen, sowie Masseuren und Masseurinnen in die gewünschte Form kneten zu lassen.
Da ich eine gesundheitsbewusste Eppendorferin bin, besuche auch ich ein solches Day-Spa ein bis zwei Mal die Woche, wenn es sich einrichten lässt, auch gern ein drittes Mal.
Erschreckend wenig – ja ich weiß!
Aber ich habe eben nicht soviel Freizeit wie Frauen aus anderen Stadtteilen, ich bin schließlich keine Berufsehefrau aus Pöseldorf, nein, ich bin eine berufstätige Eppendorferin!
Im letzten Monat habe ich gleich zwei Einrichtungskonzepte für die Wohnung einer Freundin erstellt, mit Ideen für Farbpalette und Lichtmöbel!
Ich habe ja nicht umsonst studiert und ich bin stolz auf das, was ich leiste. Aber die hochkonzentrierte Analyse neuester Tapetentrends und die sensible Auseinandersetzung mit edelstem Keramik-Dekor bringen mich geistig und körperlich immer wieder ans Limit.
Da muss ich die mir zur Verfügung stehenden Zeitfenster nutzen um meine Batterien aufzuladen, denn gerade in meinem Beruf ist es wichtig, nicht nur Hochleistung zu bringen, sondern auch die Werte zu leben, die in meinen Einrichtungswelten realisiert werden.
Schön, zeitlos, elegant.
So sind meine Konzepte, so bin auch ich.
Und um mir diese Schönheit zu erhalten, lasse ich mich im Day-Spa mit immer dem gleichen, ganzheitlichen Programm behandeln, von dem ich keine Abweichung dulde, denn bei der Straffheit meiner Haut, der Reinheit meiner Poren und der Feste meiner Schenkel mache ich keine Kompromisse.
Ich beginne einen Tag im Day Spa um 8:30. Ich trinke weißen Tee mit Ginko. Dann fahre ich mit dem Taxi in das Spa. Dort erwartet mich bereits Anna-Karina, eine promovierte Comedonistin aus St. Petersburg, deren Aufgabe darin besteht, jede Pore meines Gesichtes und meines Körpers von Comedonen, also überflüssigem Talg – im Volksmund auch Pickel genannt – zu befreien.
Damit Anna-Karina meine Poren mit ihrem Laser-Comedonen-Heber aus isländischem Titan ausreinigen kann, müssen zunächst die oberen Hautschichten abgetragen werden. Dafür reibt Anna-Karina mich von Kopf bis Fuß mit einem Weinblatt-Minze-Totmeersalz-Scrub ein, den sie in dem eigens vom Institute of Organic Health von der Stanford University in Kalifornien entwickelten Dreh-Zwirbel-Zupf-Verfahren aufträgt und 483 Sekunden lang einwirken lässt. Anschließend werden frische Blätter eines Bananenbaums um mich gewickelt und es muss weitere 483 Sekunden gewartet werden.
Mein Gesicht wird in der Zwischenzeit gesondert mit einem Pampelmusen-Algenmousse bestrichen und von Anna-Karinas Assistent Valentin nach der vietnamesischen Chon Wang Bei Methode sanft einmassiert. Schließlich reibt Anna-Karina mit einem erhitzten Luffa-Handschuh 20 Minuten über die Bananenbaumblätter. Valentin entfernt das Pampelmusen-Algenmousse mit einem sardischen Korallenschwamm und beginnt mich manuell mit destilliertem Wasserdampf, der mit den Ölen von Kakteen der chilenischen Atacama-Wüste versetzt wurde, zu bedampfen.
Der Weinblatt-Minze-Totmeersalz-Scrub wird mit einem Gemisch aus kochender Eselsmilch und eisgekühltem Wodka abgewaschen, einer Spülung, die Anna-Karina von ihrer sibirischen Großmutter gelernt hat.
Nun bin ich für die Ausreinigung meiner Poren vorbereitet und Anna-Karina macht sich behände ans Werk. Valentin ist dafür zuständig, durch konstante Bedampfung meine Poren offen zu halten, damit der Effekt von Weinblatt-Minze-Totmeersalz-Scrub, Bananenblatt-Luffer und Pampelmusen-Algenmousse nicht verloren geht. Die Prozedur dauert in etwa 6 Stunden und ich gebe zu, manchmal ist sie etwas schmerzhaft. Aber wer schön sein will muss leiden, nicht wahr?
Ich werde mit desinfizierendem Rosenwasser abgerieben, einer antibiotischen Lotion glasiert und fertig ist der erste Teil meiner Behandlung.
Nach einem kleinen Mittagspäuschen, in dem ich 4 Liter Johannisbeerblütensamentee und 3 Liter Weißdornessenzwasser trinke, vier pürierte Gurken und eine Papaya esse, werde ich in einem Rollstuhl in den Massage-Trakt des Day-Spa gefahren.
Die Physio-Therapeuten Carlos und Simone greifen mich an Händen und Füßen und legen mich auf eine Massagebank aus Mahagoni.
Wie immer bekomme ich die tibetische Mönchs-Massage.
Dafür heben Carlos und Simone einen tibetischen Import-Mönch in die Luft und rollen ihn 45 Minuten lang über meinen Rücken und meine Beine, anschließend drehen sie mich um und wiederholen die Massage auf meiner Vorderseite. Am Ende der Massage werde ich in die Haut eines frisch und koscher geschlachteten Lamas gebunden und mein Gesicht wird mit einem Gong-Klöppel aus Bambus abgeklopft.
Der Mönch wird umweltfreundlich entsorgt, habe ich mir versichern lassen.
Zu guter Letzt, und nach dem Konsum dreier Flaschen hawaiianischen Vulkanwassers ist es Zeit für Injektionen und Packungen.
Wer heute noch Botox macht, lebt hinterm Mond. Besser ist es, sich Klapperschlangengift aus Arizona einspritzen zu lassen, weil es einen viel natürlicheren Effekt hat als Botox.
Die Klapperschlange heißt Gundula und ist ein ganz reizendes Tier, deren Biss wirklich kaum zu spüren ist und deren Gift sofort zu wirken beginnt. Ich spüre ein angenehmes Kribbeln von den Haarspitzen bis in die Zehen.
Ganz neue Ideen für Farbpaletten und Lichtmöbel tauchen vor meinem geistigen Auge auf. Creme ist das neue Ocker!
Seht ihr, genau darum gehe ich in den Day-Spa. Um meinen Geist zu beleben! Um kreativ zu bleiben!
Aber nun geht es schon fast zu Ende mit meinem Tag im Day Spa. Ich werde, ganz klassisch, in einen schneeweißen Thalasso-Quark-Trog gesetzt, in dem ich zwei Stunden verharre. Natürlich habe ich eine Sauerstoffsonde in der Nase, damit ich dort in dem leicht unter Strom stehenden Bottich auch atmen kann.
Gegen 21 Uhr verlasse ich das Day Spa, frisch und glatt, und bereit, der Welt und ihren Aufgaben mit neuem Elan und neuem Enthusiasmus entgegen zu treten.
Eine Bekannte bat mich, ein Reisekissen für ihren Irischen Setter zu entwerfen und ich habe auch schon Ideen, mit Farbpalette und Lichtmöbeln und einem koscher geschlachteten Mönch.

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30.1.2012 - Reaktionäre Nasenpopel

Liebe Leser, ich benutze Euch heute um meine schriftstellerischen Säfte zum kochen zu bringen, um so richtig angeturnt zu sein, total geil auf Text, heiss auf Worte, wild auf PO - E - SIE! BAMM Schittepipikack, es kommt einfach nix, ich brauch noch 4 Texte in 3 Tagen und ich habe einfach keinen produktiven Drang, keinen Drall, keinen Wumms, keinen Bumms, keinen Rumms, verfieselte Wurstfraktion. Ob n Kaffee hilft? Ich mach mir mal einen aber ich muss dafür das Bett verlassen.Ja es ist 16.51 und ich bin im Bett, so what? Wollt ihr mir jetzt scheißspießig konventionell kommen, oder wie, wisst ihr was, ich könnt mich mal quadratisch am Arsch lecken, ihr reaktionären Nasenpopel.
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24.1.2012 - Fußball, Sex, leider kein Bier

Suleika, Suleika, Suleika!!! Singt das Cristiano Ronaldo wenn ihm seine süße Irina Shayk die aufgeblasenen Lippen um den Pfosten wickelt? Sex scheint in der Fußballwelt nicht ungefährlich, sagte doch noch eben die Freundin vom Über-Fußballer Kevin Prince Boateng, Melissa Satta (Ex-Freundin des einfühlsamen Star-Violinisten Christian Vieri) dass sie 7-10 mal in der Woche Sex hätten und nun muss der Kevin für acht Wochen pausieren. Unter uns, ich finde 7-10 mal pro Woche nicht übertrieben, das sollte schon drin sein. Wozu hat man denn sonst einen Mann? Ich fände eher 14-21 Mal erstrebenswert. Pro Woche. Allein schon wegen der aerobischen Effekte! Jede zweite Cosmopolitan informiert darüber. Was wäre ich schlank und geschmeidig! Irina Shayk und die anderen Damen vom gehobenen horizontalen Gewerbe sähen mir und meinen gestählten Kurven neidisch hinterher! Ja, ich müsste im Rollstuhl fahren, aber ich wäre straff. Ach war das damals schön, als ich noch jung genug war um mich billig mit irgendwelchen Profisportlern rumzutreiben und meinen knackigen Popo und atomaren Stehbusen wie den Mt. Chimbarasso in das Weltall hinausragen zu sehen. Heute droht meine Zellulitis sich durch die Türzarge nach draußen ins schöne Eppendorf zu pressen um vorbeifahrende Medizinstudenten zu ersticken. Ich habe mich damit abgefunden. Auf Ronaldo stand ich eh noch nie. Und Sex ist mir auch zu angstrengend.
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Jenny Dorothea
aka Horst Slammer

Weltstar und Schamanin, olympische Videosportlerin, Ex-Nihilistin und die Eisvariation des Jahres...


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